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Cancer of Unknown Primary (CUP)

Bei 3-5% der Krebserkrankungen bleibt der Primärtumor unbekannt (engl. unknown primary). Man spricht dann vom CUP-Syndrom.

Metastasen ohne erkennbaren Ursprung

Oft breitet sich eine bösartige Wucherung von einem Organ in umliegendes, gesundes Gewebe aus. Tumoren können ihre Zellen in die Blutbahn oder Lymphe abgeben, die so an andere Stellen im Körper gelangen und dort ebenfalls Geschwulste bilden. Man spricht dann von Tochtergeschwulsten, Tumorabsiedelungen oder Metastasen.

Bei Cancer of Unknown Primary (CUP) – einem Krebs unbekannten Ursprungs – führt nicht der Primärtumor zur Diagnose, sondern nur die Metastasen

Sind diese bereits an mehreren Stellen im Körper, können sie allgemeine Beschwerden wie z.B. Müdigkeit, Appetitlosigkeit oder Gewichtsabnahme verursachen. Aber auch lokale Schwellungen, z.B. an den Lymphknoten, hartnäckiger Husten oder Atembeschwerden können Anzeichen einer Metastasierung an bestimmten Organen wie z.B. der Lunge sein. Immer wieder bemerken Betroffene die Absiedelungen eines Tumors aber auch über lange Zeit gar nicht und diese werden zufällig im Rahmen einer Routineuntersuchung entdeckt.

Diagnostische Möglichkeiten

Trotz modernster Diagnoseverfahren kann beim CUP-Syndrom der Ursprung der Metastasen, also der Primärtumor oder auch Primum genannt, nicht entdeckt werden.

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Liegen Metastasen vor, wird mittels modernen diagnostischen Verfahren versucht, den Ursprungstumor zu finden, weil so die geeigneten Therapien gewählt werden können. Dazu werden Untersuchungen wie Bluttests und Gewebsproben mittels Biopsie entnommen sowie Endoskopien und bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT), in einzelnen Fällen auch Positronen-Emissonstomographie (PET-CT) oder nuklearmedizinische Untersuchungen vorgenommen. 

Heutzutage kann die moderne Gewebsanalytik das Ursprungsgewebe von Metastasen recht genau identifizieren, indem die Biopsie der Metastase histologisch und Immunhistochemisch untersucht wird oder es wird sogar ein Tumorprofil erstellt. Diese Probe wird zuerst histologisch und danach immunhistochemisch analysiert sowie ein Tumorprofil erstellt. Es gibt zahlreiche charakteristische Veränderungen, die nur in bestimmten Geweben auftreten, was zum Teil präzise Rückschlüsse auf den Ursprung zulässt. 

Bei ca. einem Drittel der Fälle kann der Primärtumor doch noch identifiziert werden. In 20-30% der Fälle entstammen die Metastasen einem Tumor der Lunge, in 15-25% der Fälle aus der Bauchspeicheldrüse. Etwas seltener sind Primärtumoren in anderen Organen, wie Leber, Gallenblase, Niere, Magen, Eierstöcke, Gebärmutter und Schilddrüse. 

Wenn trotz aller diagnostischer Verfahren keine Hinweise auf das Primum gefunden werden können, spricht man vom CUP-Syndrom. Davon sind pro Jahr ca. 6 bis 9 von 100.000 Einwohner:innen in Österreich betroffen.

Der Tumor bestimmt die Therapie

Die Behandlung richtet sich nach dem Profil des Tumorgewebes, Ausmaß und Lokalisation der Metastasierung, nach der Art des möglichen Primärtumors und natürlich nach dem Allgemeinzustand des Betroffenen. Grundsätzlich stehen alle Formen der Krebstherapie zur Verfügung: Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie.

Bei lokal begrenzten Metastasen können diese operativ entfernt oder mit Bestrahlung behandelt werden. Sind mehrere Stellen im Körper betroffen, erhalten die Patient:innen meistens eine Chemo- oder Antihormontherapie. Auch zielgerichtete Therapien kommen zum Einsatz, wenn die im Tumorprofil gefundenen Eigenschaften einen Behandlungserfolg nahelegen.

In weit fortgeschrittenen Stadien, also bei starker Metastasierung, oder einem schlechten Allgemeinzustand kommt meist nur noch eine palliative Behandlung in Frage. Diese konzentriert sich darauf, die Beschwerden der Patient:innen zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern.